23.2.2009 Gute Erfahrungen mit dem elektrischen Antriebssystem in Namibia
Die Erfahrungen mit dem elektrischen Antriebssystem in der vergangenen Saison in Bitterwasser/ Namibia waren äußerst positiv. Zu unserer großen Freude funktionierte das elektrische Antriebssystem absolut zuverlässig auch unter den extremen Bedingungen in Bitterwasser. In der abgelaufenen Saison in Namibia absolvierte die D-KAAX der Firma Antares-Charter über 50 Starts mit dem Elektroantrieb. In den seltensten Fällen war die Motorlaufzeit dabei länger als 3 Minuten.Die Gesamtflugzeit ergab in den knapp 12 Wochen in Bitterwasser ca. 250 Stunden, die von 7 Piloten zusammen geflogen wurde.
Die Gesamtstrecke in der OLC-Wertung, die diese 7 Piloten angesammelt haben cumuliert sich auf über 23.000 Streckenkilometer.
Die höchste Durchschnittsgeschwindigkeit hat in dieser Saison Patrik Dahlman aus Schweden geflogen, der die 615 km in nur 3 Stunden 54 heruntergerissen hat. Schnitt: 157 km/h !!
Den weitesten Flug mit der Antares schaffte Martin Kroke mit sage und schreibe 1173 km und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 126 km/h. Dies war erst sein fünfter Flug mit einer Antares 20E. Nachfolgend sein persönlicher Flugbericht:
Der Flug war zunächst als 1000 km FAI Dreieck angemeldet. Nach der Umrundung der ersten Wende Gollschau 167 km nordwestlich Bitterwasser war klar, das die Aufgabe in den falschen Wetterraum gelegt wurde. Zurück in Bitterwasser konnte der Flug an einer Linie bester Wolkenthermik im Teamflug mit Lothar Wittig bis sehr weit in den Süden (Südöstlich Keetmannshop) fortgesetzt werden.
Es wurde auch beim Rückflug nach Bitterwasser die besondere Linie zwischen “blau“ im Westen und Cumulusaufreihungen im Osten genutzt, so daß bei Landung zum Sunset für mich sogar die 1100 Kilometer Marke überschritten war.
Gleich mehrere glückliche
Gegebenheiten ermöglichten den tollen Flug.
Ich arbeite als Cief
Flight Insructor während der gesamten Bitterwassersaison von
Anfang November
bis Ende Januar und es gibt immer viel zu tun, die aufgesparten freien
Tage
konnten zu der Zeit genommen werden, als die Antares ausnahmsweise 4
Tage nicht
verchartert war. Auch das Wetter mauserte
sich zu sehr guten Bedingungen, aber es war
immer schwierig vorherzusagen, wo Blauthermik und wo die begehrte
Wolkenthermik entsteht. Es wurde an
allen Tagen ein 1000km FAI Dreieck ausgeschrieben, vor allem um eine
Palme in
Bitterwasser pflanzen zu dürfen. An allen Tagen war der Bereich
von Wolkenthermik
leider zu klein und die daran angrenzende Blauthermik zu schlecht, um
die
gestellte Aufgabe zu erfüllen. Um solch große Strecken von
Bitterwasser aus zu
fliegen muß man bei Thermikbeginn losfliegen. Das bedeutet dann
meist ein bis
zwei Stunden Bodenakrobatik – schon mal die ersten 100 Kilometer
zwischen 300
und 1000 Metern über der Kalahari fliegen, bis dann die Basis
deutlich ansteigt,
bzw bis man die Cumulanten im nordosten erreicht....dann möglichst
einen
Schnitt von über 120 km/h fliegen, um in den zur Verfügung
stehenden ca. 9
Flugstunden die anfängliche langsamere Schnittgeschwindigkeit
aufzuholen.
Alles in Allem
verschiedenste Bedingungen, in der sich die Antares in meinen Augen absolut
bewährt hat !
Bereits nach 10 Minuten im ersten Flug fühlt man sich schon sehr vertraut in
und mit diesem Flugzeug. Tolle Ruderabstimmung, wendig und sehr
komfortabel. In 150 Metern einkreisen und gleich Motor abstellen und
einfahren
– 2 Minuten Motorlauf ein Minimumrekord verglichen mit den
konventionellen
Eigenstartsegelflugzeugen mit Verbrennungsmotor! Auch fliegt man
insgesamt
entspannter tiefer runter, vor Allem in der ersten Stunde manchmal bis
auf nur
300 Meter über Grund mit dem Wissen um die Einfachheit und
Zuverlässigkeit des
Motorhandlings – Hebel nach vorne und steigen!
Der krönende Abschluß – lange Endanflüge! Das Limit ist meist der Sunsetzeitpunkt, nicht die Höhe für den Gleitpfad. Oft findet man noch bis zu 2-Meter-Bärte kurz vor Sonnenuntergang über der noch aufgeheitzten Kalahari.
Antares fliegen ist verführerisch – zu schnell gewöhnt man sich an diese tollen Flugeigenschaften, man wechselt nur noch ungern auf andere Muster...
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